Schappe Angenstein (Florettspinnerei)

Teil eines Grosskonzerns
Die 1920er Jahre waren für die Schappeindustrie im Allgemeinen und so auch für die Industriegesellschaft für Schappe sehr erfolgreich. In der grossen Wirtschaftskrise der 1930er Jahre, kam der Konzern dann aber stark unter Druck und musste 1932 den Betrieb in Angenstein vorübergehend schliessen. Erst als sich der Absatzmarkt für Schappe ab 1933 wieder langsam erholte und die Industriegesellschaft ihre Produktepalette erweiterte trat eine Entspannung der Lage ein. Der Betrieb in Angenstein konnte wieder aufgenommen werden.
Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs produzierte die Industriegesellschaft weiter, vernachlässigte aber die Anpassung der Arbeitsbedingungen und der Löhne, die auf dem Niveau der Krisenjahre blieben. Dies führte zu Arbeitskonflikten und 1945 zu einem weitum beachteten Streik der Arbeiterinnen der Schappe Arlesheim. Sie konnten erhebliche Anpassungen und einen Gesamtarbeitsvertrag für die ganze Branche durchsetzen.

Fusion und Schliessung
1961 schloss sich die Industriegesellschaft für Schappe mit all ihren Betrieben und mit der Société Anonyme de Filatures de Schappe Lyon zur Holdinggesellschaft Schappe AG mit Sitz in Genf zusammen. Sie verlegte sich auch mit ihrer 1964 mit anderen Unternehmen gegründeten Gesellschaft Schappe-Tex AG vermehrt auf die Herstellung und den Verkauf von texturierten Garnen und Kunstfasern. In der Folge wurden während der 1960er-Jahre einige Schappe-Produktionen in Basel, Frankreich und auch in Angenstein geschlossen. 1967 verkaufte die Schappe AG ihre Liegenschaft in Angenstein, in der zuletzt nur noch eine Kämmelei untergebracht war.

Kiki Lutz, 4/12/2012
Letzte Aktualisierung: 5/12/2012

Archivbestände

SWA Schweizerisches Wirtschaftsarchiv Basel, Dokumentensammlungen:
Industriegesellschaft für Schappe (Textilunternehmen) – Basel/Arlesheim,
Signatur: H + I Bd 7
Schappe-Tex Unternehmungen (Textilunternehmen)– Basel,
Signatur: H + I Bd 252
Schappe AG (Textilunternehmen)– Basel/Genève,
Signatur: H + I Bd 231

Bibliografie

Anna C. Fridrich, «Industriegesellschaft für Schappe», in Historisches Lexikon der Schweiz [Online-Version], Stand vom 30.10.2012: http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D43013.php
F. Mangold und H.F. Sarasin, Industriegesellschaft für Schappe. Entstehung und Entwicklung, Basel 1924
Alban Müller, Die Entwicklung der Industrien im unteren Birstal mit besonderer Berücksichtigung des Standortes, Dissertation Universität Basel, Laufen 1940, S. 66-87
Schappe AG, Jahresbericht 1967